Ausstellung/ Enzyklopädie der wahren Werte


Im Künstlerhaus, 1010 Wien, findet seit 27.10.2005 die Ausstellung Enzyklopädie der wahren Werte statt.
Die Ausstellung setzt sich mit aktuellen Begriffen aus Architektur, Design, Politik, Lifestyle auseinander, die sich als Passagenwerk sieht.  Der künstlerische Beitrag des Büro Dungl befasst sich mit dem Begriff Sicherheit, erlebt als gefahrenfreier Zustand. Das übertriebene Sicherheitsdenken nimmt oftmals schon skurrile Züge an: doppelte und dreifache Absicherungen beschränken letztendlich die individuelle Freiheit und Flexibilität. Das Objekt Sicherheitssitz inszeniert diesen Wert in der überzogenen Ausdruckform unserer Zeit und schlägt zeitgleich gestalterisch die Brücke zur Architektur.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 26.2.2006.





Entlang einer Linie...

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10.11.2005
Die Brüder Markus und Rüdiger Krenn, Architekten aus Stuttgart und Wien, zeigen in den Räumlichkeiten von Architekt  Leopold Dungl ihr Video-Kunst-Projekt "Entlang einer Linie".
Markus Krenn: "Unser Projekt ist ein Instrumentarium zur Erforschung einer Stadt. Die künstliche LInie wird so über das zu erforschende Gebiet gelegt, dass die wichtigsten Bereiche miteinbezogen sind. Die LInie wird mit einer Videokamera abgeschnitten. Ist ein Gebäude im Weg, filmt man bis zur Wand. Im Gebäude geht es dann auf der Linie weiter, von der einen Wand bis zur nächsten."

In der Tat die einzelnen Filmteile sind so zusammengeschnitten, dass man den Eindruck hat man laufe durch die Wände. Durch diesen Effekt wird die Wahrnehmung einer Stadt gekonnt verzerrt und der Zuseher begreift, dass bei Verlassen der stadteigenen Wege- meist entlang einiger Sehenswürdigkeiten- ein anderer Blickwinkel auf den Ballungsraum entsteht, nämlich Menschen in Räumen und Wände, die sie voneinander trennen. Unromantisch durchschreitet die Kamera von Rüdiger und Markus Krenn Wien' s 2. und 22. Bezirk und präsentiert einen Querschnitt durch den Stadtkörper.
Das Kunstprojekt ist auch eine gesellschaftliche Momentaufnahme von Einrichtungen und Verhaltensweisen der Menschen, die in dem Kunstprojekt zu Kunst werden.

Der Off-Text wird von einem der Brüder bei der Vorführung live vorgetragen.

Ausschnitt: "... Die Jüdische Synagoge in der Tempelgasse erscheint wie eine normales Mietshaus, das einzig Ungewöhnliche sind  sind die großen Betonklötze, die anstatt parkender Autos am Strassenrand stehen, als Schutz vor Autobomben. Läuten an der Tür. Die betenden Juden haben Bedenken wegen der Sicherheit. Es bedarf der Erlaubnis der jüdischen Kultusgemeinde, Warten. Im Gegensatz zu einer katholischen oder orthodoxen Kirche ist die Synagoge kein geweihter Raum, Kronleuchter hängen von der Decke...Wand. Durchfahrt. Verwaltung des Österreichischen Turnerbundes. Von 8 Uhr bis 12 Uhr möge man sich ausschliesslich an  ans Präsidium wenden...Ferdinandstrasse Elektrogeschäft Kampbichler, "da geht's lang zeigt Frau in Richtung der Mustertafeln mit Schaltern und Steckdosen, die das ganze Geschäft ausschmücken. Wand. Kleines Hinterzimmer mit Tischen und Stühlen, Wand. Hausflus HInterhofwohnung und Atelier vom Maler..."






"Wesentlicher Teil unserer Arbeit ist der professionelle Umgang mit Diagrammen, Schriftsätzen und Tabellen - als Fortsetzung des kreativen Entwurfs mit anderen Mitteln. Dadurch wird sichergestellt, dass Architektur-Qualität weder Zusatzkosten noch Zeitverluste produziert."

Leopold Dungl